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Der regulationsmedizinische und komplementärmedizinische Ansatz bei Vergesslichkeit Bei Anzeichen…

Dr. Hüseyin Nazlikul
Dr. Hüseyin Nazlikul 04.04.2021 6 min read
Der regulationsmedizinische und komplementärmedizinische Ansatz bei Vergesslichkeit Bei Anzeichen einer pathologischen Vergesslichkeit sollte ohne Zeitverlust ein Arzt aufgesucht werden.
Bei Anzeichen einer pathologischen Vergesslichkeit sollte ohne Zeitverlust ein Arzt aufgesucht werden.

Tests und Diagnose bei Vergesslichkeit

Bei Anzeichen einer pathologischen Vergesslichkeit sollte ohne Zeitverlust ein Arzt aufgesucht werden. Je früher die Behandlung beginnt, desto höher sind in der Regel die Erfolgsaussichten. Auch primäre Demenzerkrankungen wie Alzheimer können von einer frühzeitigen Behandlung profitieren.

Ein Teil der Diagnose liegt in der ausführlichen Krankengeschichte (Anamnese) des Patienten verborgen. Besonders in der Regulationsmedizin und der Neuraltherapie ist eine umfassendere, spezifische Anamnese von großer Bedeutung. Neben der eigenen Krankengeschichte der Person müssen auch nahe Angehörige befragt werden. Der Arzt fragt nach dem Beginn und Verlauf der Vergesslichkeit, begleitenden Umständen und möglichen weiteren Symptomen. 

Die wichtigsten Fragen sind:

  • Hat sich die Vergesslichkeit langsam oder plötzlich entwickelt?

  • Gibt es weitere Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Ohnmacht?

  • Bestehen neben der Gedächtnisstörung auch psychische Störungen wie Traurigkeit und Depression?

  • Wurden Veränderungen der Persönlichkeit wie Aggressivität oder zunehmende Ängstlichkeit beobachtet?

  • Hat sich die tägliche Routine (Schlafverhalten, Essverhalten, Aufrechterhaltung sozialer Beziehungen) verändert, oder sind alltägliche Aktivitäten (Einkaufen, Hausarbeit, Beruf) durch die Vergesslichkeit und andere Symptome eingeschränkt?

  • Alkohol- und Medikamentenkonsum

  • Liegt eine bekannte Grunderkrankung vor, oder gibt es in jüngster Zeit eine Vorgeschichte von Infektion, Unfall oder Hirnschädigung?

  • Gibt es in der Familie Fälle von Demenz?

Was kann gegen Vergesslichkeit unternommen werden?

Die Behandlung der pathologischen Vergesslichkeit hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab und kann zu einer unterschiedlich starken Verbesserung der Gedächtnisfunktion bis hin zur vollständigen Wiederherstellung sowie zu einer Verbesserung der Lebensqualität beitragen. In diesem Zusammenhang leistet insbesondere die von mir entwickelte Regulationstherapie über das limbische System eine sehr wichtige Unterstützung der Behandlung.

Medikamentöse Behandlung der pathologischen Vergesslichkeit

Pflanzliche Nootropika (Medikamente zur Verbesserung der Gehirnleistung) enthalten Ginkgo-Extrakte, die bei bestimmten Hirnerkrankungen (mit Symptomen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Ohrensausen) eingesetzt werden können.

Eine medikamentöse Behandlung mit demenzhemmenden Wirkstoffen (wie Galantamin, Donepezil, Rivastigmin, Memantin) kann das Fortschreiten der Demenz verzögern oder dazu beitragen, die vorhandenen kognitiven Fähigkeiten zu erhalten.

Manchmal ist – je nach Ursache – die zeitlich begrenzte Einnahme eines Antidepressivums oder Antipsychotikums notwendig.

Nichtmedikamentöse Maßnahmen bei Gedächtnisproblemen

Liegt eine krankheitsbedingte Vergesslichkeit vor, spielen zusätzlich zur medikamentösen Behandlung nichtmedikamentöse Maßnahmen eine noch wichtigere Rolle. 

Zum Beispiel:

  • Neuraltherapie

  • Orthomolekulare Begleittherapie (die Kombination aus NADH, Q10, Vitamin C und Zink ist von großer Bedeutung)

  • Gedächtnistraining (Gehirnjogging)

  • Phytotherapie

  • Hormonelle Regulation

  • Verbesserung der Durchblutung des Gehirns

  • Ergotherapie

  • Physiotherapie

  • Bewegungstherapie

  • Musiktherapie

  • Sensorische Verfahren zur Stimulation der Sinne, wie Aromatherapie

Orthomolekulare vitale Ernährung

Auswirkungen von Mikronährstoffmangel:

Liegt im Körper ein Nährstoffmangel vor, entsteht ein biochemisches Ungleichgewicht in den Organen. Dies kann verschiedene Folgen für den Organismus haben. 

Besonders ein Mangel an Vitaminen sowie bestimmten Mineralstoffen wie Magnesium, Kalium und Eisen sowie Spurenelementen kann unspezifische Symptome auslösen. Denn diese Stoffe sind für den Stoffwechsel, das Zellwachstum und das Immunsystem notwendig.

Typische Symptome sind Erschöpfung, Vergesslichkeit, erhöhte Infektanfälligkeit und Energiemangel. Da diese Symptome jedoch sehr allgemein sind, dauert es häufig lange, bis eine Ernährungsunterversorgung diagnostiziert wird.

In bestimmten Situationen sollten Sie besonders auf die Zufuhr von Mikronährstoffen achten:

  • Personen, die eine Abmagerungsdiät durchführen oder aus anderen Gründen weniger essen (z. B. Appetitlosigkeit im Alter)

  • Vergesslichkeit    

  • Erschöpfung    

  • Unruhe

  • Schlaflosigkeit

  • Gehirnnebel (Brain Fog)

  • Häufige Erkrankungen

  • Personen mit einseitigen Ernährungsgewohnheiten 

  • Vegane Ernährung

Phytotherapie

Die Phytotherapie ist eine sehr nützliche Behandlungsmethode, die zusammen mit der Komplementärmedizin eingesetzt wird. Mit dieser Behandlungsmethode können Sie sich mit natürlichen Methoden erholen, ohne von Medikamenten abhängig zu sein.

Die Behandlung von Krankheiten mit aus Pflanzen gewonnenen Arzneimitteln ist eine Methode, die so alt ist wie die Menschheitsgeschichte.

Über die Jahrhunderte von Generation zu Generation weitergegebenes Wissen, Erfahrungen, intensive Forschung und Überzeugungen bilden diesen ganzheitlichen Erfahrungsschatz.

Da die biologisch aktiven Substanzen in Pflanzen Produkte sind, die aus dem Stoffwechsel eines lebenden Organismus stammen, werden sie vom menschlichen Körper im Vergleich zu synthetischen Arzneimitteln leichter aufgenommen und weisen eine höhere biologische Verfügbarkeit auf.

Die Rolle von Pflanzen in der Behandlung von Krankheiten ist eine unbestreitbare Tatsache. Heute ist es möglich, viele Krankheiten mit pflanzlichen Produkten zu behandeln oder deren Behandlung zu unterstützen.

10 Heilpflanzen mit nachgewiesener Wirksamkeit gegen Vergesslichkeit:

  1. Ginkgo: Die in den Ginkgo-Blättern enthaltenen Stoffe verbessern die Fließeigenschaften des Blutes und fördern die geistige Leistungsfähigkeit. Ginkgo-Produkte sind in unserem Land in vielen Tabletten- und Kapselformen erhältlich. Es wird empfohlen, täglich eine Tasse Ginkgotee zu trinken. 

  2. Baldrian: Die Wurzeln des Baldrians steigern die Konzentrationsfähigkeit. Auch von Baldrian sind in unserem Land fertige Kapseln und Tabletten erhältlich. Besonders wirksam ist ein Kaltauszug. Geben Sie das Produkt, dessen natürliche und biologische Qualität Sie sicherstellen konnten, im Verhältnis von zwei Teelöffeln pro Glas Wasser hinein. Zwölf Stunden ziehen lassen, abseihen und trinken.

  3. Salbei: Salbei wird seit langem gegen Vergesslichkeit eingesetzt. Er hemmt das Enzym, das den Botenstoff Acetylcholin abbaut, und beugt so der Alzheimer-Krankheit vor. Salbei wird meist als Gewürz oder Tee verwendet.

  4. Gotu Kola (Asiatischer Wassernabel): Wenn Sie täglich zwei frische Blätter kauen oder klein geschnitten in Salaten verwenden, verbessern sich die Durchblutung und die kognitiven Fähigkeiten. Im Ausland sind Produkte in Kapselform erhältlich. Sie können die Pflanze als Blatt oder in Kapselform einnehmen.

  5. Jiaogulan: In China wird sie die „Pflanze der Unsterblichkeit“ genannt. Sie verbessert die Durchblutung des Gehirns und schützt vor Arteriosklerose. Aus ihren Blättern können Sie Tee zubereiten oder sie kauend verzehren. Der Geschmack erinnert an Süßholzwurzel.

  6. Zitronenmelisse: Zitronenmelisse steigert die Aktivität des Botenstoffs Acetylcholin und verbessert dadurch die geistige Leistungsfähigkeit. Die darin enthaltenen ätherischen Öle wirken schlaffördernd und beruhigend.  Die beste Wirkung entfaltet sie als Gewürz oder Tee.

  7. Kurkuma: In Indien, dem Ursprungsland von Kurkuma, kommen Gedächtnisprobleme sehr selten vor. Studien zufolge versorgt das darin enthaltene Curcumin die Gehirnzellen mit Energie. Zur Vorbeugung von Vergesslichkeit können Sie das frisch geriebene Gewürz in Speisen und Getränken verwenden.

  8. Taigawurzel (Sibirischer Ginseng): In rund 1000 Studien wurde nachgewiesen, dass die Taigawurzel die Konzentration fördert sowie Müdigkeit und Schwäche vorbeugt. Sie können die Taigawurzel als Kapsel aus der Apotheke beziehen oder als Tee zu sich nehmen. Bei sehr hohem Blutdruck sollten Sie diese Pflanze nicht einnehmen.

  9. Rosenwurz: Rosavin, der Wirkstoff der Rosenwurz, beugt der Alzheimer-Krankheit vor und unterstützt die geistige Wachheit sowie das Stressmanagement. Kapseln mit Pflanzenextrakt und filmbeschichtete Tabletten sind in Apotheken erhältlich.

  10. Rosmarin: Die im Rosmarin enthaltene Carnosinsäure entfernt Toxine, die an der Entstehung von Demenz beteiligt sind. Als Gewürz verwendet, verbessert Rosmarin die Gehirnfunktionen.

Beugen Sie Vergesslichkeit durch Gehirntraining vor oder reduzieren Sie sie.

Bei leichteren Fällen (z. B. altersbedingten Gedächtnisproblemen) kann Gedächtnistraining mithilfe von Gehirnjogging-Methoden häufig dazu beitragen, die Vergesslichkeit unter Kontrolle zu bringen. 

Regelmäßiges Training verbessert die kognitive Leistungsfähigkeit und sorgt für geistige Frische.

Integrieren Sie Gehirntrainingsmethoden (zum Beispiel mit Hilfe von auf geistige, arithmetische oder sprachliche Fähigkeiten ausgerichteten Übungen) in Ihren Alltag, um dem Rückgang Ihrer Gedächtnisleistung vorzubeugen. 

Schlaflosigkeit, Stress und ein ungesunder Lebensstil führen auch bei jungen Menschen zu einer Verschlechterung der geistigen Leistungsfähigkeit, was sich in Vergesslichkeit oder Konzentrationsmangel äußert. In dieser Hinsicht tragen regelmäßige körperliche Bewegung, ausreichender Schlaf und Erholung sowie Stressreduktion deutlich zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit bei.

Ich wünsche Ihnen gesunde Tage...

Verwendete Quellen:

•    Nazlikul, H: Neuraltherapie Lehrbuch 
•    Nazlikul, H: Neuraltherapie – Eine andere Behandlung ist möglich
•    H. Barop (Übersetzer H. Nazlikul), Neuraltherapie-Atlas 
•    L. Fischer (Übersetzer H. Nazlikul und Y. Tamam), Neuraltherapie-Buch
•    James W. McNabb (Übersetzer H. Nazlikul und Y. Tamam), Gelenk- und Weichteilinjektionen
•    Weinschenk, S: Neuraltherapie 
•    Fischer, L. et al.: Lehrbuch Integrative Schmerztherapie