Warum Neuraltherapie? Obwohl die Fortschritte der modernen Medizin atemberaubend sind, wurde leider…

Obwohl die Fortschritte der modernen Medizin atemberaubend sind, wurde leider vergessen, dass der Mensch ein Ganzes ist. Diagnosen, die mit Untersuchungen wie Labortests, Ultraschall, MRT, CT und radiologischen Verfahren gestellt werden, zeigen lediglich funktionelle Störungen und morphologische Veränderungen.
Es reicht nicht aus, bei Patienten nur den physischen und chemischen Körper zu korrigieren, um gesund zu sein; eine durchzuführende Behandlung muss auch die Regulation des seelischen und energetischen Zustands des Menschen umfassen.
Obwohl die Einbeziehung psychosomatischer Faktoren in den Diagnose- und Behandlungsprozess der modernen Medizin in den letzten Jahren eine positive Entwicklung darstellt, ist die Situation aus Sicht der Regulationsmedizin noch immer weit von einer echten Ganzheitlichkeit entfernt.
Auch wenn die psychosomatische Sichtweise für die Regulationsmedizin und die ganzheitliche Medizin als wichtig erachtet wird, fehlt ihr eine wirklich integrative Perspektive.
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Beim neuraltherapeutischen Ansatz wendet man sich nicht sofort einer Beschwerde zu; vielmehr werden Sie sehen, was die Krankheit ist, wie sie entsteht, welche Faktoren an ihrer Entstehung beteiligt sind und welche Symptome auftreten – die Neuraltherapie unterdrückt die Beschwerden nicht nur, sondern ermöglicht eine echte Heilung.
Denn unser Körper besteht aus außergewöhnlich komplexen Systemen, die hervorragend aufeinander abgestimmt sind und nach bestimmten Regeln und Kreisläufen arbeiten – das Kreislaufsystem, der Stoffwechsel, das Verdauungssystem, die hormonelle Regulation, die Temperaturregulation und das Immunsystem und andere…
All diese Systeme funktionieren einwandfrei, weil sie sehr gut gesteuert werden und die Zellen ständig miteinander kommunizieren.
Damit unser Körper gesund ist, spielt zudem das Nervensystem, das jeden Bereich unseres Körpers wie ein Netz umspannt, eine wichtige Rolle in diesem perfekten Zusammenspiel.
Tritt eine Erkrankung auf, betrifft dies nicht nur ein einzelnes Organ wie „Gallenblase, Magen, Gelenk“, sondern das gesamte System (den ganzen Körper).
In diese Situation einzugreifen und die aus ihrem normalen Funktionsablauf geratenen Prozesse des Organismus wieder ins Gleichgewicht zu bringen, ist die zentrale Aufgabe der echten Medizin und im Kern der Neuraltherapie/Regulationsmedizin.
Im neuraltherapeutischen Ansatz wird der Körper nicht als ein Organismus betrachtet, der lediglich aus der Summe einzelner Organe besteht. Denn im Sinne von Ganzheitlichkeit und Regulation sind neben dem störungsfreien Funktionieren der einzelnen Organe auch ihre Beziehungen zueinander, die Energie des Körpers sowie der psychische und soziale Zustand der Person von Bedeutung.
Aus diesem Grund bewertet die Neuraltherapie auf Grundlage dieses Ansatzes die tatsächliche Funktionsfähigkeit des Bindegewebes, das die zentrale Achse bildet, sowie des Autonomen Nervensystems bzw. gleichbedeutend des Vegetativen Nervensystems (VNS), das sämtliche Körperfunktionen reguliert, als Ganzes, und Diagnose sowie Behandlung erfolgen in diesem Zusammenhang.
Das Konzept des gesunden Menschen wandelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Mitte des Jahrhunderts zur Gesundheit der Organe. Gegen Ende des Jahrhunderts wurde die Gesundheit des Gewebes und schließlich, mit Abschluss des Jahrhunderts, die Gesundheit der Zelle diskutiert.
In der modernen Medizin wird heutzutage bereits über die Gesundheit der Gene gesprochen. Für viele Krankheiten wird das genetische Erbe verantwortlich gemacht. Betrachtet man jedoch viele der heutigen chronischen Erkrankungen genauer, zeigt sich, dass Umweltfaktoren und Epigenetik weitaus wichtiger sind als die Genetik. Durchgeführte Labortests, Ultraschall, MRT und CT-Parameter werden ausgewertet, doch bei diesen Untersuchungen wird der Mensch nicht als Ganzes betrachtet. Der Mensch kann nur durch die Kleidung, die er trägt, das Wasser, das er trinkt, die Umgebung, in der er lebt, die Nahrung, die er zu sich nimmt, guten Schlaf, ausgewogene körperliche Aktivität, den Ausgleich des täglichen Stresses und die Fürsorge für seinen Körper, um nicht zu erkranken – also als Ganzes – gesund sein.
Denn eine Tatsache, die wir uns immer wieder vergegenwärtigen müssen, ist, dass der Mensch keine Maschine ist.
Das in der modernen Medizin vorherrschende Konzept, Körperteile zu reparieren oder durch neue zu ersetzen, sorgt nicht dafür, dass der gesamte Körper gesund wird. Deshalb reichen Behandlungen, die allein darauf abzielen, eine im Körper sichtbare Krankheit bzw. geschädigte Organe und Gewebe zu reparieren, nicht aus, um Erfolg zu haben.
Um den Menschen gesund zu machen, muss man verstehen, dass Körper, Geist und Seele ein Ganzes bilden und miteinander in Wechselwirkung stehen.
Die biologische Grundlage der echten Regulation in unserem Körper bildet das vegetative Nervensystem.
Unter Stress wird der Sympathikus, ein wichtiger Teil des vegetativen Nervensystems, übermäßig aktiviert, und diese Aktivität bringt den „Vagus“, einen der Hirnnerven, dazu, seine Funktion nicht mehr ausüben zu können. In diesem Zustand ist die Person gegenüber jedem eintreffenden Reiz wehrlos.
Um gesund zu sein und dauerhafte Heilung zu erzielen, muss das Ziel die Regulation des vegetativen Nervensystems sein.
Die wirksamste Behandlungsmethode, um das vegetative Nervensystem neu zu regulieren und seine Funktionsfähigkeit wiederherzustellen, ist eine mit dem neuraltherapeutischen Ansatz durchgeführte Regulationstherapie. Der Erkrankung liegen neben dem Nervensystem auch im Körper angesammelte Abbauprodukte zugrunde, wie etwa „im Bindegewebe abgelagerte, vom Körper nicht ausgeschiedene Toxine“, die eine wichtige Rolle spielen.
Unabhängig davon, welche Beschwerde bei einer Person vorliegt: Wenn diese Toxine nicht aus dem Körper entfernt und die notwendige Ordnung (Regulation) des Körpers nicht wiederhergestellt werden kann, entstehen im nächsten Schritt funktionelle Unregelmäßigkeiten in Organen und Geweben, die sich bei längerem Fortbestehen als chronische Erkrankungen zeigen und zu strukturellen Schäden in den Organen führen.
Kein Patient gleicht dem anderen, und auch wenn diagnostizierte Beschwerden ähnlich sind, unterscheidet sich ihre Entstehungsweise. Deshalb ist es notwendig, statt sich nur mit Symptom und Krankheit zu befassen, einen ganzheitlichen Ansatz für die vollständige und dauerhafte Gesundheit der Person zu verfolgen.
UM IN DER BEHANDLUNG ERFOLGREICH ZU SEIN:
Der menschliche Körper muss aus einer umfassenderen Perspektive betrachtet werden. Die morphologische Sichtweise umfasst physische und chemische Parameter. Darüber hinaus muss auch die funktionelle Ganzheitsperspektive in die Behandlung einbezogen werden. Diese funktionelle Perspektive muss auch den energetischen und kybernetischen Zustand mit einschließen. Die grundlegende Voraussetzung für den Behandlungserfolg ist eine korrekte Diagnose.
Die Diagnose muss individuell erfolgen, wobei der zeitliche Zusammenhang der bei der Person auftretenden Veränderungen sowie die funktionelle Struktur berücksichtigt werden müssen. In diesem Sinne ist die Neuraltherapie die Methode, die eine Brücke zwischen Regulationsmedizin und moderner Medizin bilden kann.
Die Neuraltherapie ist eine Behandlungsmethode, die ihren Ursprung in der modernen Medizin hat, sich eigenständig weiterentwickelt und eigene Methoden ausgebildet hat, und sie ist unverzichtbar für echte Gesundheit.
WANN UND IN WELCHEN FÄLLEN HILFT DIE NEURALTHERAPIE?
In der modernen Regulationsmedizin wirkt sich die Neuraltherapie auf das gesamte Zirkulationssystem des Organismus aus. Sie hat Wirkungen auf das Nervensystem, das Hormonsystem, das muskuläre, das zirkulatorische und das lymphatische System. Darüber hinaus wirkt sie auf das Bewegungsapparat, das Verdauungssystem, den gynäkologischen Bereich, die hormonelle Achse, das limbische System, die Entgiftungsorgane und das Ausscheidungssystem. Deshalb hat diese Behandlungsoption ein breites Anwendungsspektrum.
Da die Neuraltherapie zur Durchblutung und Entzündungshemmung beiträgt und Blockaden im Organismus löst, ist sie nicht nur bei akuten, sondern auch bei chronischen Erkrankungen erfolgreich.
Neuraltherapeutische Methoden helfen bei der Behandlung von Schmerz, gynäkologischen, urologischen und allergischen Erkrankungen sowie Erkrankungen der inneren Organe.
Die Neuraltherapie ist eine ganzheitliche Behandlungsmethode, die unter Nutzung der Funktionsmechanismen des Körpers und der neuroanatomischen Verbindungen sowohl zur Diagnose als auch mit den regulierenden Wirkungen der Lokalanästhetika auf segmentale, segmentübergreifende und störfeldbedingte neuroimmune Reaktionen angewendet wird.
Das grundlegende Behandlungsprinzip beruht auf der neurovegetativen Regulation. Die grundlegende Funktion des neurovegetativen Systems besteht darin, humorale, zelluläre, neurale und hormonelle Regulationsmechanismen miteinander zu verbinden und deren Beteiligung an den Reaktionen des Systems zu ermöglichen.
Folglich führt jede Störung, die in nur einem dieser Mechanismen entsteht, zu einer funktionellen Dysregulation des gesamten Systems. Kurz gesagt betrifft die Erkrankung nicht nur ein Organ, sondern den gesamten Körper. Neuraltherapeutische Anwendungen, bei denen ein Lokalanästhetikum in das dysfunktionale Gewebe injiziert wird, beseitigen nicht nur die Störung im neurovegetativen System, sondern gewährleisten auch die Regulation aller oben genannten regulierenden Mechanismen.
Auf diese Weise wird durch die Regulierung der elektrischen Erregungsleitung in Nerven und Geweben eine Normalisierung der gestörten Körperfunktionen erreicht, wodurch die Patienten ihren früheren gesunden Zustand wiedererlangen können.
Verwendete Quellen:
• Nazlikul, H: Neuraltherapie Lehrbuch
• Nazlikul, H: Neuraltherapie – Eine andere Behandlung ist möglich
• H. Barop (Übersetzer H. Nazlikul), Neuraltherapie-Atlas
• L. Fischer (Übersetzer H. Nazlikul und Y. Tamam), Neuraltherapie-Buch
• James W. McNabb (Übersetzer H. Nazlikul und Y. Tamam), Gelenk- und Weichteilinjektionen
• Weinschenk, S: Neuraltherapie
• Fischer, L. et al.: Lehrbuch Integrative Schmerztherapie